Geschichte

Australian War Memorial, Canberra, ACT. © Tourism Australia

Australiens Geschichte

Aborigines
Aborigines
Indigenous art
Indegenous Kunst
The rugged outback
Outback

Erfahren Sie Interessantes über diesen zeitlosen Aborigine-Kontinent und wie er sich zunächst zu einer englischen Sträflingskolonie und später zu einem modernen, multikulturellen Staat wandelte.

Der Traum der Aborigines auf einem zeitlosen Kontinent
Australiens Aborigines leben bereits seit über 50.000 Jahren in der einzigartigen und herausfordernden Natur dieses Landes. Es wird davon ausgegangen, dass die ersten australischen Ureinwohner während der letzten Eiszeit mit dem Boot aus Südostasien kamen. Zur Zeit der europäischen Einwanderung lebten rund 1 Millionen Aborigines in 300 Volksstaaten oder Sippen auf dem gesamten Kontinent und sprachen 250 Sprachen und 700 Dialekte. Damals waren die Aborigines Jäger und Sammler und ihr Handel, die Suche nach Wasser und Nahrung sowie ihre rituellen, totemischen Zusammenkünfte führten Sie durch weite Teile des Landes. Damals wie heute hatte jede Sippe eine spirituelle Verbindung mit einem bestimmten Teil des Landes.

Trotz der Vielfalt ihrer Heimatgebiete – von den Wüsten des Outbacks über tropische Regenwälder bis hin zu schneebedeckten Bergen – haben alle Stämme der Aborigines eine tiefe und spirituelle Verbindung mit der zeitlosen, magischen Traumzeit bewahrt. In den Mythen der Dreamtime, der Schöpfung der Erde, wurden sämtliche Aspekte des Lebens von totemischen Geisterahnen erschaffen. Diese Geisterahnen verbinden auch heute noch in jedem Aspekt der Kultur der Aborigines das Land, die Naturelemente und Stammesterritorien sowie die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Großbritannien bringt seine Strafgefangenen
„Terra Australis“ war die letzte, von den europäischen Entdeckern entdeckte Landmasse. Gerüchte von diesem mystischen Land und dessen Reichtümern inspirierten die Entdecker zu ihrer Reise ins Unbekannte. Erst mit der Landung von Captain James Cook in der Botany Bay im Jahre 1770 wurde das große Südland jedoch von den Europäern offiziell in Besitz genommen.

Als Lösung für überfüllte Gefängnisse in England und die durch die Amerikanische Revolution entstandene Zerrüttung schlug der Entdecker und Botaniker Joseph Banks New South Wales als Ort für eine neue Strafkolonie vor. Am 26. Januar 1788 lief die Erste Flotte von 11 Schiffen mit 1500 Menschen an Bord – davon die Hälfte Strafgefangene – im Sydney Harbour ein. Bis zum Ende der Strafgefangenentransporte im Jahre 1868 kamen 160.000 Männer und Frauen als Strafgefangene nach Australien.

Freie Siedler strömten ab den 1790er Jahren ins Land, für die Sträflinge war jedoch das Leben unnachsichtig. Frauen lebten in ständiger Bedrohung vor sexueller Ausbeutung und Männer konnten für kleinere Vergehen wie Diebstahl gehängt werden. Für die Aborigines bedeuteten der Verlust ihres Landes sowie Krankheit und Tod durch bis dato unbekannte Krankheiten die Zerstörung ihres traditionellen Lebensstils und ihrer Praktiken.

Haus- und Landnahme auf dem gesamten Kontinent
Bereits in den 1820er Jahren hatten viele Soldaten, Beamte und freigelassene Strafgefangene das Land, das sie von der Regierung erhalten hatten, in blühende Farmen verwandelt. Die Kunde vom billigen Land in Australien und vom Arbeitskräftemangel brachte mehr und mehr Schiffsladungen abenteuerlustiger Einwanderer aus Großbritannien hierher. Siedler oder sogenannte „Landnehmer“ begannen damit, immer tiefer in die Gebiete der Aborigines vorzudringen und – oftmals unter Einsatz von Gewehren – nach Weideland und Wasser für ihr Vieh zu suchen.

Im Jahre 1825 ließ sich eine Gruppe von Soldaten und Strafgefangenen in dem Gebiet des Yuggera-Stamms nieder, ganz in der Nähe der heutigen Stadt Brisbane. Perth wurde im Jahre 1829 von englischen Gentlemen besiedelt und 1835 segelte ein Landnehmer nach Port Phillip Bay und wählte somit den Standort für Melbourne. Zur gleichen Zeit siedelte sich eine private britische Firma, die stolz darauf war, keine Verbindung zu Strafgefangenen zu haben, im heutigen Adelaide in Südaustralien an.

Der Goldrausch bringt Wohlstand, Zuwanderer und Aufstände
Im Jahre 1851 wurde in New South Wales und Zentral-Victoria Gold entdeckt, was tausende junger Männer und einige abenteuerlustige junge Frauen aus den Kolonien anlockte. Ganze Schiffsladungen von Glücksjägern aus China sowie ein bunter Haufen von Unterhaltungskünstlern, Kneipiers, Schnapsverkäufern, Prostituierten und Quacksalbern aus der ganzen Welt kamen hinzu. In Victoria führte 1854 der Versuch des britischen Gouverneurs Ordnung herzustellen, indem er eine monatliche Lizenz und streng durchgreifende Soldaten einsetzte, zu dem blutigen Aufstand der Eureka Stockade gegen die Obrigkeit. Trotz der Gewalt auf den Goldfeldern brachte der Wohlstand von Gold und Wolle gewaltige Investitionen nach Melbourne und Sydney und schon in den 1880er Jahren waren aus beiden moderne und elegante Städte geworden.

Australien wird eine Nation
Australien wurde nach der Vereinigung der sechs Kolonien am 1. Januar 1901 eine föderative Nation. Heute besteht Australien aus sechs Bundesstaaten und zwei Territorien, die alle ihr eigenes Parlament, ihre eigene Flagge und ein Blumenemblem besitzen. Frauen erhielten 1902 das Wahlrecht und ab 1907 wurde ein Mindestlohn festgelegt.

Australier ziehen in den Krieg
Der Erste Weltkrieg hatte einen niederschmetternden Effekt auf Australien. Im Jahre 1914 gab es weniger als 3 Millionen Männer, aber fast 400.000 von ihnen meldeten sich freiwillig in den Krieg. Ungefähr 60.000 fielen und zehntausende wurden verletzt. Als Gegenreaktion auf das Leid waren die 1920er Jahre ein Wirbelwind von neuen Autos und Kino, amerikanischem Jazz und einer Leidenschaft für das Britische Empire. Als die Große Depression 1929 Australien erreichte, weitete sich die soziale und wirtschaftliche Kluft und viele Finanzinstitutionen des Landes scheiterten. Sport war die nationale Ablenkung und Sporthelden wie das Rennpferd Pharlap und der Cricket-Spieler Donald Bradman erlangten fast schon mythischen Status.

Während des Zweiten Weltkriegs trugen die australischen Soldaten maßgeblich zum Sieg der Alliierten in Europa, Asien und dem Pazifik bei. Die Generation, die am Krieg teilnahm und überlebte, tat dies mit einem Gefühl von Stolz für die australischen Fähigkeiten.

Neue Australier kommen in einem Nachkriegs-Boom an
Nach Kriegsende 1945 kamen hunderttausende von Einwanderern aus ganz Europa und dem Nahen Osten nach Australien, von denen viele Arbeit im boomenden Manufaktursektor fanden. Viele Frauen, die während des Krieges in Fabriken gearbeitet hatten, setzten auch im Frieden weiterhin ihre Arbeit dort fort.

Australiens Wirtschaft wuchs in den 1950er Jahren und viele national bedeutsame Projekte wie der Bau des Snowy Mountains Hydroelectric Scheme, Australiens größtem Bewässerungs- und Energieerzeugungssystem in den Bergen bei Canberra, wurden begonnen. Die internationale Nachfrage nach Australiens wichtigsten Exporten wie Metall, Wolle, Fleisch und Weizen wuchs und auch das vorstädtische Australien gelangte zum Wohlstand. Der Anteil an Hausbesitzern stieg von gerade einmal 40 Prozent im Jahre 1947 auf über 70 Prozent in den 1960er Jahren.

Australien wird lockerer
Wie viele andere Länder auch, wurde Australien ebenfalls von der revolutionären Atmosphäre der 1960er mitgerissen. Australiens neue ethnische Vielfalt, die wachsende Unabhängigkeit von Großbritannien und der allgemeine Widerstand gegen den Vietnamkrieg schufen eine Atmosphäre politischer, wirtschaftlicher und sozialer Veränderung. Im Jahre 1967 stimmte die überwiegende Mehrheit der Australier in einem nationalen Referendum für die Schaffung von Gesetzen durch die Bundesregierung, die beinhalten, dass Australiens Aborigines in zukünftigen Volkszählungen mit eingeschlossen werden. Das Ergebnis war der Höhepunkt einer mächtigen Kampagne von sowohl weißen Australiern als auch Aborigines.

Im Jahre 1972 wurde die Australian Labor Party unter der idealistischen Führung des Anwalts Gough Whitlam an die Macht gewählt und beendete die Nachkriegsvorherrschung der Koalition der Liberalen und Country Parteien. Diese neue Regierung beendete in den drei darauf folgenden Jahren die Wehrpflicht, schaffte Universitätsgebühren ab und führte eine kostenlose, allgemeine Krankenversicherung ein. Die White Australia-Richtlinien wurden verworfen, Multikulturalismus gefördert und die Scheidung ohne Schuldfrage sowie gleicher Lohn für Frauen eingeführt. Dennoch wurde 1975 aufgrund der Inflation und eines Skandals die Regierung durch den Governor-General aufgelöst. In den darauf folgenden Wahlen erlitt die Labor Party schwere Verluste und die liberal–nationale Koalition regierte bis 1983.

Seit den 1970ern
Zwischen 1983 und 1996 führten die Hawke-Keating Labor-Regierungen eine Reihe wirtschaftlicher Reformen ein, darunter die Deregulierung des Bankwesens und die Freigabe des Wechselkurses für den Australischen Dollar. Im Jahre 1996 gewann eine von John Howard angeführte Koalitionsregierung die Wahlen und wurde 1998, 2001 und 2004 wiedergewählt. Die liberal-nationale Koalitionsregierung präsentierte eine Reihe von Reformen, darunter Änderungen am Steuersystem und dem Arbeitsrecht. 2007 gewann die von Kevin Rudd angeführte Labor Party die Wahl und widmet sich seit ihrem Regierungsantritt Fragen des Arbeitsrechts, dem Klimaschutz sowie Gesundheits- und Bildungsthemen.