Pflanzen

Wildblumen, Alice Springs, NT © Claire Takacs 2010

Australiens Pflanzenwelt

In Australien gibt es etwa 27.700 Pflanzenarten. Einige davon, wie Palmfarne und der australische Grasbaum, sind lebende Fossilien. Daneben gibt es wunderschöne Wildblumen, zum Beispiel Telopea, die australische Wüstenerbse, Banksien und Kängurupfoten.

Außerdem wachsen hier rund 2800 Arten von Eukalyptus (Gummibaum) und 1000 Akazienarten, genannt „Wattles“. Die Goldakazie ist das nationale Blumensymbol Australiens und sogar im Wappen abgebildet. Australische Wälder bestehen zu 80 Prozent aus Eukalypten. Die restlichen 20 Prozent machen Akazien, Melaleuca (Teebaum), Kasuarinen, Schmuckzypressen, Mangroven und Regenwälder aus.

Wälder
Wälder

Wälder

Die höchsten Bäume Australiens kommen im Südwesten von Western Australia vor: im Valley of the Giants („Tal der Riesen“). Rieseneukalypten, Karri und Jarrah-Eukalypten mit ihrem sattroten Holz können hier bestaunt werden. Einige der Bäume werden bis zu 500 Jahre alt. Der 1000 Kilometer lange Bibbulmun Track, einer der bekanntesten Fernwanderwege Australiens, führt durch Jarrah-, Marri-, Wandoo-, Karri- und Tingle-Eukalyptuswälder und international bekannte Feuchtgebiete.

Im kühlen Regenwald der Tasmanischen Wildnis, die Teil des Weltnaturerbes ist, stehen einige der ältesten Bäume der Welt, zum Beispiel die Huon-Kiefer, ein seltenes Steineibengewächs.

Die majestätische Wollemi-Kiefer ist ein Überbleibsel aus der Zeit vor 200 Millionen Jahren, als Australien, Neuseeland und die Antarktis noch den Superkontinent Gondwana bildeten. Man ging davon aus, dass der urige Baum schon vor Millionen Jahren ausgestorben war, bis er 1994 von einem Buschwanderer wiederentdeckt wurde. Derzeit ist eine Wildpopulation von weniger als 100 Bäumen bekannt, die in den Regenwaldschluchten der Greater Blue Mountains wachsen.

Eukalypten
Eukalypten

Eukalypten

Eukalypten, auch Blaugummibäume genannt, werden sehr häufig mit Australien in Verbindung gebracht. Die artenreichen Pflanzen kommen in subalpinen Gebieten, feuchten Küstenwäldern, gemäßigten Waldgebieten und sogar im trockenen Landesinneren vor. In den Greater Blue Mountains gibt es die größte Vielfalt an Eukalyptusarten der Welt. Die Blätter des Eukalyptus verdunsten ein ätherisches Öl, dessen feiner Nebel über den Bergen liegt und bei Tageslicht einen blauen Schimmer verursacht. So sind die Blue Mountains zu ihrem Namen gekommen. In den unvergleichlich schönen Australischen Alpen stehen silberne und rote Schnee-Eukalypten inmitten der schneebedeckten Landschaft. Und im Gebirgszug Flinders Ranges in South Australia wachsen uralte Rote Eukalypten sogar in ausgetrockneten Flussbetten. Koalas ernähren sich übrigens ausschließlich von den Blättern, der Rinde und den Früchten bestimmter Eukalyptusarten.

Regenwälder
Regenwälder

Regenwälder

Der südliche Superkontinent Gondwana war einst zum größten Teil mit Regenwald bedeckt. In den Regenwäldern Australiens findet man noch heute primitive Pflanzenarten, die eng mit denen verwandt sind, die es bereits vor über 100 Millionen Jahren gab. Australiens Regenwälder erstrecken sich über das ganze Land und umfassen alle Klimazonen. Der Daintree Rainforest im nördlichen Queensland ist mit seinen 135 Millionen Jahren der älteste tropische Regenwald der Erde. Bemerkenswert ist außerdem, dass es dort 13 verschiedene Arten von Regenwald gibt. Die Gondwana-Regenwälder im südöstlichen Queensland und nördlichen New South Wales umfassen die weltweit größten Gebiete subtropischen Regenwalds sowie Regenwälder, in denen kühlere Temperaturen herrschen. In der Kimberley-Region in Western Australia kommen sogar trockene Regenwälder vor. Im Kakadu National Park finden Sie Monsun-Regenwälder und in den Otway Ranges in Victoria üppig grüne, mit Farn bewachsene Schluchten.

Feuchtgebiete
Feuchtgebiete

Feuchtgebiete

Die Feuchtgebiete im Kakadu National Park, im Croajingolong National Park, der als UNESCO Biosphärenreservat anerkannt ist, sowie im Nadgee Nature Reserve im südöstlichen Australien locken zahlreiche Zugvögel an. Australien war eines der ersten Länder, das die Ramsar-Konvention unterzeichnete, ein Abkommen über Feuchtgebiete als Lebensraum für Wasser- und Wattvögel. Die Coburg-Halbinsel im Northern Territory wurde 1974 als erstes Feuchtgebiet unter den Schutz der Ramsar-Konvention gestellt. Inzwischen genießen 65 Gebiete in Australien mit einer Gesamtfläche von etwa acht Millionen Hektar diesen Status.

Wildblumen
Wildblumen

Wildblumen

Wildblumen wie die Sand-Strohblume verwandeln die trockene Savannenlandschaft Australiens Jahr für Jahr in einen farbenfrohen Blütenteppich. In Western Australia blühen von Juni bis September mehr als 12.000 Wildblumenarten. Von Ende August bis Mitte Oktober sieht man auf Kangaroo Island in South Australia mehr als 100 verschiedene Wildblumenarten. Viele davon sind endemisch, sie kommen nur auf dieser Insel vor. In den Australischen Alpen zeigen sich Trommelstöcke, pinke Stylidium-Arten und silberne und weiße Gänseblümchen im Überfluss, sobald die Schneeschmelze beginnt.

Zur einzigartigen Flora Australiens gehören außerdem Banksien, Silbereichen und Telopea aus der Familie der Silberbaumartigen. Etwa 80 Prozent der Pflanzen und fast alle Silberbaumarten, die man im südwestlichen Western Australia findet, kommen nirgendwo sonst auf der Welt vor. In der Heidelandschaft entlang der Great Ocean Road in Victoria gibt es mit die meisten Orchideenarten in ganz Australien.

 Die Wildblumen Australiens stehen unter Naturschutz. Deshalb gilt: Erfreuen Sie sich an ihrer Schönheit, aber pflücken Sie sie bitte nicht!

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